Berlin, Berlin, wir waren in Berlin
Na, ditt is sich ja was: Zehn Tage Leichtathletik-WM in Berlin und schlaflose Nächte mit multimedialen Träumen (Rechts läuft der Traum im Film ab und links lese ich die Print-Geschichte dazu) und schon ändert sich hier der Ton. Gelernt ist schließlich gelernt. Und immerhin war das ja der Tenor vom Multimedia-Seminar der KAS: “Es gibt keine Regeln für Online-Journalismus”. Hat immerhin Christian Jakubetz von bildblog.de gesagt. “Die Regeln macht ihr!” Auch schön. Also Blogs lesen, wenig Sport schauen, mehrere Nervenzusammenbrüche wegen Flash bekommen und am Ende feststellen: Multimedia ist weiterhin toll. Es gibt viele Möglichkeiten cross- und multimedial zu erzählen. Online kann und darf ich so ziemlich alles. aber auch die Erkenntnis: Ich muss es nicht tun und darf mich auf die guten alten Erzähltechniken aus der Print-Steinzeit berufen. Bleibt also alles beim Alten, auch in diesem Blog. Kein tägliches Update, NOCH keine Videos und Flash-Galerien (die kommen erst nach dem Latinum), aber der Hinweis auf unser Produkt, das wirklich zu empfehlen ist, trotz – oder gerade weil – wir kaum im Olympiastadion gewesen sind:
Dort gibt es dann auch viele Fotos, Filme und animierte Grafiken von mir zu sehen, die nach der Prüfungsphase dann auch hier eingestellt werden. Um ein wenig Vorfreude zu schüren:
Bei allen multimedialen Spielereien war ich jedoch über ein Programm sehr erfreut und begeistert: Vuvox. Besonders für Zeitleisten und chronologische Geschichten / Dia-Shows eignet sich das flash-basierte Programm sehr gut und ist intuitiv und einfach zu bedienen. Damit ist auch folgender Blick hinter die Kulissen der WM entstanden.
Liga ohne Land II
Späte Ehre für den palästiensischen Fußball: Die Saison im Westjordanland ist seit einigen Wochen in der Sommerpause und der Bericht über die 1. Palästinensische Liga nach acht Jahren ist endlich doch noch erschienen. Die FAZ druckte den Bericht als Feature im Sport, gleichzeitig gab es auf faz.net eine Audio-Slideshow mit von mir gesprochenem Kommentar. Das Kuriose: Mit den Fotos aus Ramallah vom November vergangenen Jahres habe ich probeweise meine erste Slideshow erstellt. Das “damalige” Produkt ist mit der aktuellen Version aber nicht vergleichbar.
Die Fotoauswahl schickte ich zur Online-Redaktion, wo sie zunächst einmal im Rohschnitt aneinander gefügt wurden. Darauf sprach ich in Dresden meine Ton-Spur, die als Mp3 zurück nach Frankfurt ging und schließlich in die fertige Slideshow eingefügt wurde. Das ganze wurde mit Soundslides produziert, einem einfachen (und günstigen) Tool für Audio-Slideshows, in seinen Möglichkeiten aber beschränkter als ein Videoschnittprogramm. Der Produktionsprozess ließ sich dadurch allerdings auf gut einen halben Tag reduzieren. Für schnelle, unaufwendigere Reportagen und / oder Nachrichtenstücke eine echte Alternative.
Der Stürmer aus Jenin betritt das Spielfeld durch einen Rohbau. Drei Stockwerke darüber haben sich die ersten Fans an den Rand der bröckeligen Fassade gesetzt, unten liegt Bauschutt in einer Grube, der grüne Kunstrasenplatz leuchtet befremdlich zwischen braunem Lehmboden und grau geduckten Häuschen hervor. Der Ruf des Muezzins zieht mit der untergehenden Sonne über die halbfertigen Dächer und lässt einige Spieler ihre Aufwärmrunde unterbrechen und betend auf die Knie sinken. Am Eingangstor zum Fußballplatz umrahmen palästinensische Fahnen das Logo des Weltverbandes Fifa. Noch ist hier alles sehr provisorisch.
Hier geht es zur Slideshow auf FAZ.net.
Audioslideshows – Die ersten Versuche
Schon ein bisschen länger bin ich von der Machart einiger Multimedia-Reportagen begeistert (u.a. Mediastorm) und habe jetzt selbst mit einigen Fotos von meinem Ausflug zur 1. Fußballliga in Palästina herumexperimentiert und mich mit den Computertücken vertraut gemacht. Das Ergebnis ist… erkenntnisreich.
Einmal kann man sicherlich festhalten, dass der Aufwand, solch eine Audio-Slide-Show zu produzieren, zeitsparender ist als ich gedacht hätte. Aber es bleibt auch die Erkenntnis, dass für ein ordentliches Multimedia-Projekt mehr nötig ist als ein paar Fotos, Musik und Text. Für umfassendere Reportagen muss – ähnlich wie beim Film – schon vorher ein Script stehen mit benötigten Bildern und der ungefähren Interviewführung, sonst fehlt es an Dramaturgie. Beim nächsten Mal.





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